Wirtschaftsausschuss
02.01.2008 Auf seiner letzten Sitzung im Jahr 2007 hat der Ausschuss für Wirtschaft, Stadtentwicklung und Tourismus sich ein Arbeitsprogramm für das Jahr 2008 gegeben. Ziel ist es, die Potentiale der Stadt und der Region stärker wirtschaftlich zu nutzen, Synergien zu erschließen, der Zusammenarbeit von Stadtrat und Verwaltung eine neue Qualität zu geben und damit dem Ausschuss ein stärkeres Gewicht zu verleihen. Aus der Vielzahl von Aufgabenfeldern hat der Ausschuss unter Federführung des Vorsitzenden Herrn Pohl und mir als seinem Stellvertreter vier Schwerpunkte ausgewählt. Neu wird sein, dass der Ausschuss zu den gewählten Themen jeweils externe Gäste einladen, aber auch das Gespräch vor Ort intensiver suchen wird. Zu diesem Anlass werden einige Ausschusssitzungen bei Unternehmen und Institutionen stattfinden.
Dass Wirtschaft nicht nur die Produktion von Waren, sondern auch von Dienstleistungen bedeutet, dürften die meisten in einer Stadt, in der mehr als zwei Drittel aller Arbeitnehmer im Dienstleistungsgewerbe arbeiten, nicht verwundern. Auch dass Unternehmensansiedlungen nicht unwesentlich von den so genannten weichen Standortfaktoren abhängen, ist Fachleuten bekannt. Aus diesem Grund wird der Ausschuss im Februar die Themen Sport und Kultur als Wirtschaftsfaktoren diskutieren. Dazu wurden Herr Hirsch, Leiter der städtischen Abteilung für Sport und Herr Landgraf vom Anhaltischen Theater als kompetente Gesprächspartner eingeladen.
Unsere ansässigen Unternehmen sind wichtige Imageträger des Wirtschaftsstandortes Dessau-Roßlau. Umso bedeutender ist es, sich um ihre Belange zu kümmern. Mit dem Thema Bestandspflege und -entwicklung standortprägender Branchen will sich der Ausschuss daher in seiner Märzsitzung befassen. Dazu sollen Vertreter des Impfstoffwerkes Tornau und des Hafens Rosslau eingeladen werden.
Mit der Fusion zur Doppelstadt ist Dessau-Roßlau ländlicher geworden. Aus diesem Grund will der Ausschuss auf seiner Aprilsitzung mit dem Geschäftsführer des Bauernverbandes Anhalt, Herrn Vierenklee, das Gespräch suchen. Aber nicht nur die Probleme der Landwirtschaft werden im Mittelpunkt stehen. Vor dem Hintergrund einer ausbaufähigen regionalen Zusammenarbeit soll auch über Fragen der ländlichen Entwicklung, begleitende regionale Entwicklungsprozesse, die Integrierte Ländliche Entwicklung und die LEADER-Konzepte diskutiert werden.
Vor der Sommerpause ist geplant, das Thema Strategien zur Investorengewinnung und Einbringung der Stadt in regionale Entwicklungsstrategien zu diskutieren. Unsere Auffassung ist, dass im bundesweiten Wettbewerb die Stadt Dessau-Roßlau, genauso wie die benachbarten Landkreise, alleine nicht stark genug sind, um wahrgenommen zu werden. Daher wollen wir im Gespräch mit Vertretern regionaler Organisationen wie der Mitteldeutschen Wirtschaftsinitiative und der Wirtschaftsförderung & Tourismus Anhalt GmbH nach Möglichkeiten und Wegen der überregionalen Kooperation suchen.
Die Fraktion Bürgerliste / Die Grünen sieht den Ausschuss auf einem guten Weg, die wirtschaftliche Entwicklung der Stadt Dessau-Roßlau kritisch und konstruktiv zu begleiten und zu lenken. Denn Wirtschafts- und Standortpolitik ist mehr als eine Chefsache. Auch ein(e) potentielle(r) Wirtschaftsdezernent(in) wird alleine keine Wunder vollbringen können.
Dr. Ralf-Peter Weber