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FraktionFraktion im Stadtrat Dessau-Roßlau

Wir für Dessau-Roßlau

Stadtumbau – Soziale Stadt

02.09.2007 Warum sollen nicht Anwohner selbst über die Zukunft ihres Wohnviertels mitentscheiden können, zumal sie sich darin am besten auskennen?

Am 30. August 2007 fand auf Einladung der Bürgerliste hin das „Forum Soziale Stadt” in der Jacobusgemeinde, Ecke Turmstraße statt. Unser Ziel war es, das Nachdenken über die sozialen Aspekte des Stadtumbaues in die Öffentlichkeit zu tragen. Ganz bewusst wählten wir deshalb den Ort Jacobuskirche, in der sich auch die Dessauer Suppenküche befindet. Als Stadträtin, die im Gebiet am Leipziger Tor tätig ist, beobachte ich mit Sorge die Tendenz, den Stadtumbau lediglich widerstandslos zu ertragen oder bestimmte soziale Missstände wahrzunehmen, ohne ihnen noch etwas entgegenzusetzen. Das bezeugte auch die laut geäußerte Frustration vieler Anwohner, die mit großem Interesse unserer Einladung gefolgt waren. Viele sind über die Entwicklung der letzten Jahre enttäuscht, sicher auch wegen immer noch mangelnder Transparenz. Leider konnte die Öffentlichkeit auch an diesem Tage durch die Stadtverwaltung nicht darüber informiert werden, ob und in welcher Weise das Programm „Soziale Stadt” im Stadtumbaugebiet genutzt werden soll.

Die Mitglieder der Fraktion sehen in der Teilnahme am Förderprogramm „Soziale Stadt” eine Chance, den Stadtumbau in diesem zentrumsnahen Wohnviertel sozial verträglicher zu gestalten. Durch die Kombination von Fördermitteln und ihren gezielten Einsatz entsprechend der Problemlagen des Gebietes kann mehr erreicht werden als Abriss und Grünzuggestaltung. Vieles wäre möglich! Soziale Infrastruktur könnte gefestigt werden. Bürger könnten in einem Kuratorium mitarbeiten, welches Gelder aus einem Fonds für Projekte im Stadtgebiet vergibt. Ein Management könnte Kontakte vermitteln, aktiv den Umbruchprozess koordinieren und Anlaufstelle für Bürger, Verwaltung, Ehrenamtliche und Wohnungsunternehmer sein.

Statt mit diesen Fördermitteln sonstige – wohl ebenfalls wünschenswerte – Bauvorhaben in der Stadt zu finanzieren, ist es aber unabdingbar, die Mittel aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt” tatsächlich für soziale Zwecke und in einem eng umrissenen Gebiet einzusetzen. Dafür wollen wir uns im Stadtrat einsetzen.

Isolde Noack