Beleben parkende Autos die Fußgängerzone Zerbster Straße?
10.10.2007 Im Bauausschuss im Oktober 2007 ist von der Fraktion Pro Dessau-Roßlau/ Neues Forum eine Beschlussvorlage eingebracht worden, nach der in der Zerbster Straße 37 Kurzzeitparkplätze errichtet werden sollen. Eine ähnliche Argumentation, mit der diese Fraktion ihren Antrag begründet, gab es bereits Ende der neunziger Jahre. Damals ging es um die Errichtung des Parkhauses in der Teichstraße. Dessen Errichtung wurde als notwendig dargestellt, um die Zerbster Straße und die Umsätze der dort ansässigen Händler zu beleben. Gegen die Stimmen unserer damaligen Fraktion wurde dem Projekt letztendlich zugestimmt und die Stadt förderte es mit 2,4 Millionen Mark. Über die geringe Auslastung des Parkhauses kann sich heute jeder selbst ein Bild machen. Und die Hoffnungen der Händler, die sich damals stark machten, haben sich offensichtlich in keiner Weise erfüllt.
In der Sitzung des Ausschusses wurde auch sichtbar, dass erhebliche verkehrsorganisatorische Probleme entstünden, dass die Erhebung von Anliegerbeiträgen bei Wegfall der Fußgängerzone, die Frage des Busverkehrs in der Zerbster Straße und viele weitere Fragen neu diskutiert werden müssten.
Aus Sicht der Fraktion Bürgerliste/Die Grünen macht eine isolierte Betrachtung der Stellplatzsituation auf Basis einer Unterschriftenliste vom März 2007 nicht viel Sinn. Viel mehr sollten die Ergebnisse des Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes abgewartet und die vorliegenden Grobkonzepte zur funktionellen Verdichtung des Umfeldes der Zerbster Straße, etwa die Anbindung des Wohngebietes Flössergasse voran getrieben werden.
Dr. Holger Schmidt
