Kinderfreizeitenrichtung „Baustein” erneut in der Diskussion
11.10.2007 In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses (JHA) am 9. Oktober wurde der Haushalt 2008 des Jugendamtes erstmals vorgestellt. Neben den grundsätzlichen Veränderungen der Haushaltszahlen, die aus der Fusion von Dessau und Roßlau resultieren, wird auch die Schließung der Kinderfreizeiteinrichtung „Baustein“ im Wohngebiet Zoberberg vorgeschlagen. Begründet wird dies mit der Tatsache, dass das Programm Soziale Stadt ausgelaufen sei und damit der „Baustein” über dieses Programm nicht mehr finanzierbar ist. Schaut man sich jedoch einen Prüfbericht des Landesrechnungshofes über die Verwendung dieser Städtebaufördermittel an, wird deutlich, dass der „Baustein” darüber gar nicht finanziert werden durfte. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Einrichtung in den letzten Jahren immer über allgemeine Haushaltsmittel der Stadt bezuschusst wurde. Aber dies ist nur die finanzielle Seite.
Viel wichtiger ist die inhaltliche Betrachtung, denn in der Jugendfreizeitstättenkonzeption sind der Bedarf und die Vorhaltung der Freizeiteinrichtung festgeschrieben. Spricht man mit Bewohnern des Zoberbergs oder Mitarbeitern der Stadtverwaltung wird deutlich, dass der Bedarf für sinnvolle Kinderfreizeitangebote im Wohngebiet nach wie vor besteht.
Die drei Kooperationsfraktionen CDU, SPD und Bürgerliste/Die Grünen haben sich vorgenommen, finanzielle Einsparungen im Kultur-, Jugend- oder Sportbereich grundsätzlich nur auf Basis von konzeptionellen Überlegungen vorzunehmen. Angesichts der Situation vor Ort ist im Moment aber zumindest nicht grundsätzlich davon auszugehen, dass die bestehende Konzeption an dieser Stelle geändert werden muss. Vielmehr sind wir der Meinung, dass durch die Schließung des „Bausteins” erheblicher Schaden entstehen und die Folgekosten die Weiterfinanzierungskosten erheblich überschreiten würden.
Deshalb ist die Verwaltung jetzt aufgefordert, alternative Konsolidierungsvorschläge zu unterbreiten.
Isolde Noack