Neues aus den Ausschüssen
23.11.2007 Auf der letzten Sitzung des Wirtschaftsausschusses haben sich die Mitglieder auf Initiative der Fraktion Bürgerliste / Die Grünen mit den städtischen und regionalen Maßnahmen zum touristischen Marketing beschäftigt. Dazu waren die Amtsleiterin für Tourismus Frau Lambrecht und die Geschäftsführerin des regionalen Tourismusverbandes Anhalt-Wittenberg Frau Bittner als Referentinnen eingeladen worden.
Im Rahmen der Diskussion wurde klar, dass der Tourismus ein wichtiges ökonomisches Standbein der wirtschaftlichen Entwicklung unserer Stadt darstellt. Steigende Übernachtungszahlen und Tagesgäste, erfreulicherweise mit einem sehr hohen Anteil ausländischer Gäste, führen dazu, dass ca. 2.000 Menschen allein durch den Tourismus in unserer Stadt ihren Lebensunterhalt verdienen.
Dabei ist die Kooperation mit anderen Partnern im Land, aber auch in der Region eine wesentliche Voraussetzung, öffentlich wahrgenommen zu werden. Als Beispiele seien gemeinsame Messeauftritte oder Initiativen, angefangen vom „Stadtsprung“ bis hin zur Koordinierung aller Maßnahmen am internationalen Europaradweg R1 genannt. Auch vor dem Hintergrund der Haushaltskonsolidierung fehlen der Stadt für Alleingänge die Mittel. Allerdings wurde auch klar, dass es eine Vielzahl von Marketingaktivitäten der Stadt gibt, die nicht aus einer Hand koordiniert und initialisiert werden. Hier besteht Handlungsbedarf.
Der Ausschuss hat sich daher vorgenommen, alle Marketingaktivitäten der Stadt auf den Prüfstand zu stellen. Ob Sport, Kultur, Tourismus, Stadtmarketing und -umbau oder Maßnahmen der Wirtschaftsförderung zur Investorenwerbung – in den kommenden Wochen wird die Stadt alle Aktivitäten zusammen stellen, damit der Ausschuss sich einen Gesamtüberblick verschaffen kann. Nur dann ist es möglich, Schwerpunkte zu setzen und Synergien auszunutzen. Einzelne Kürzungsmaßnahmen können ohne eine Gesamtsstrategie größere negative wirtschaftliche Folgen haben, als die Einsparungsmaßnahmen erwarten lassen würden. Kurzfristiges Denken ist hier nicht angebracht.
Kooperationen innerhalb der Region, aber auch mit anderen Partnern im Land, müssen Vorrang vor Einzelinteressen und -aktivitäten haben. Vor diesem Hintergrund ist es auch von Bedeutung, die Kooperation mit den Landkreisen Anhalt-Bitterfeld und Wittenberg auszubauen. Perspektivisch sollte daher wieder die Zusammenführung der regionalen Tourismusverbände, zumindest aber eine enge Abstimmung und gemeinsames Auftreten angestrebt werden. In diesem Zusammenhang werden Bündnis 90/Die Grünen prüfen, inwieweit die kommunalen und regionalen Aktivitäten sich in einem Zweckverband Kultur- und Tourismusmarketing bündeln lassen, wie wir es in unserem Wahlprogramm vorgeschlagen haben.
Dr. Ralf-Peter Weber